Wandelblut

Was bisher geschah …

Wandelblut 1 die Waldläuferin von Janis Nebel

Neri wächst in den Wäldern des Fürstentums Aheelia auf, abgeschieden von der Welt. Ihr Vater Karew ist ein schweigsamer, geheimnisvoller Mann; ihre Mutter Emina hält die Familie durch Lieder und Wärme zusammen. Schon früh bemerkt Neri etwas Ungewöhnliches an ihrem Vater: eine schwere, fast greifbare Präsenz, eine „Dichte“, die sich auf seine Umgebung legt und Tiere in die Flucht schlägt. Neris Vater ist ein Wandelblut, ein Mensch, der sich in ein Tier verwandeln kann. Seine Wandelgestalt ist ein Bär.

Als Neri zwölf ist, geschieht das Unvermeidliche: Von einer Waldkatze bedroht, bricht zum ersten Mal auch in ihr der Wandeldrang aus. Sie überlebt den qualvollen Vorgang nur knapp. Danach lernt sie von ihrem Vater die wichtigsten Regeln: die Wandelgestalt immer bis zum Ende durchführen, nie länger als einen Tag in der Tiergestalt bleiben und niemals zulassen, dass Fremde die Verwandlung sehen.

Die Familie lebt in steter Angst davor, entdeckt zu werden, denn Wandelblute werden in der Welt der sieben Fürstentümer gejagt. Eines Tages erscheint ein schwarzhaariger Mann mit stechend gelb-grünen Augen auf der Lichtung und zwingt den Vater in einen dunklen Handel: Er soll für ihn töten, im Austausch für Schutz und Geheimhaltung. Karews Auftrag geht jedoch schief. Er kehrt verletzt zurück und will sofort fliehen. Doch in der Nacht stürmen maskierte Männer das Haus. Sie töten Karew. Dann ermordet der Anführer auch Emina. Neri beobachtet alles versteckt vom Heuboden aus, erschüttert und völlig hilflos.

Als die Mörder abziehen, verwandelt sich Neri zum ersten Mal vollständig und bleibt tagelang als Hermelin auf der Lichtung. Nur ihr Freund Finneas, ein Rabe, der seit ihrer Kindheit bei der Familie lebt und mit ihr in Gedanken kommunizieren kann, bringt sie schließlich dazu, sich zurückzuverwandeln und ihr Menschsein wiederzufinden.

In den folgenden sieben Jahren lebt Neri allein in den Wäldern, mal als Mensch, mal als Hermelin. Sie meidet Menschen aus tiefer Angst, streift aber zunehmend in der Nähe der Siedlungen umher, um zu überleben. Dabei entdeckt sie den Hof einer alten Frau namens Ava, die dort allein und verarmt lebt. In stiller Zuneigung beginnt Neri, der Alten regelmäßig Nahrung und andere Dinge zu bringen und dafür diskret etwas mitzunehmen, das sie selbst braucht, um zu überleben. Eine einseitige, heimliche Freundschaft entsteht.

Demetrius, genannt Mitja, ist der Sohn des besten Bogenschützen und Kriegers von Aheelia. Nach dem frühen Tod seines Vaters Raik, der bei der Jagd einem Bären zum Opfer fiel, wächst er bei seiner Großmutter Ava auf. Sein älterer Cousin Nikolaj ist ihm Vorbild und Vaterersatz. Mit sechzehn Jahren gewinnt Mitja beim Ting-Bogenwettbewerb und darf an der Tafel des Fürst-Königs sitzen. In derselben Nacht verliebt er sich auch in Janna.

Eines Tages zieht Nikolaj Mitja ins Vertrauen: Er behauptet, Mitjas Vater sei nicht von einem Bären getötet worden, sondern von einem Wandelblut, einem Waldläufer namens Karew, der auch versucht hatte, Nikolaj selbst bei einer Eberjagd zu töten. Mitja glaubt ihm, will Rache und schließt sich einer nächtlichen Vergeltungsaktion an. Maskiert reitet er mit Nikolaj, Wanja und Alexej zu Karews Hof im Wald. Nikolaj tötet Karew und dessen Frau.

Mitja ist entsetzt, als er die Toten sieht, aber kann nicht eingreifen. Er erkennt, dass es ein Fehler war, diese Menschen zu töten. Beim Verlassen des Hauses erblickt er oben auf dem Heuboden über sich zwei leuchtende Augen, ein Blick, der ihn fortan in Albträumen verfolgt.

Am nächsten Morgen wird Mitja verhaftet. Der Bogen seines Vaters, den er in der Nacht verloren hat, wird als Beweisstück gegen ihn verwendet. Er schweigt, um Nikolaj, Wanja und Alexej nicht zu verraten, und wird für den Doppelmord an Karew und Emina zum Tode verurteilt. Auf Fürsprache des alten Fürsten wird das Todesurteil in Strafarbeit in den Asrenerz-Minen umgewandelt, aus denen jedoch fast niemand lebend zurückkehrt.

Sieben Jahre verbringt Mitja in den Minen des hohen Nordens. Er trägt die Sträflingsnummer 3782 in den Handrücken tätowiert. Die Kälte, der Hunger und die brutalen Aufseher, darunter der Oberaufseher Barabas, brechen ihn fast. Nur die Hoffnung, dass Nikolaj, der mittlerweile Fürst von Aheelia geworden ist, ihn herausholen würde, hält ihn am Leben. Aber diese Hoffnung erfüllt sich nie.

Eine Klausel im Gesetz der sieben Fürstentümer besagt: Wer sieben Jahre in den todbringenden Asrenerz-Steinbrüchen überlebt, verdient eine zweite Chance im Leben. Nach besagten sieben Jahren erscheint deshalb ein unbekannter Fürst in den Minen und erklärt Mitja für frei. Mit einer kärglichen Reiseausrüstung wird er unvorbereitet und geschwächt in die eisige Tundra entlassen.

Mitja erfriert fast, wird aber von Reda, einer weisen alten Frau des Nomadenvolkes der Sempka, gerettet. Monate verbringt er bei dem Stamm, doch seine Albträume quälen ihn noch immer. Reda erklärt ihm, dass etwas in seiner Vergangenheit noch nicht abgeschlossen ist und er es lösen muss, wenn er seinen Platz in der Welt finden will.

Deshalb entschließt sich Mitja zu gehen. Er verlässt die Sempka und wandert nach Süden, zurück in seine Heimat Aheelia.

Dort angekommen, findet er seine Großmutter Ava in Armut vor. Das Fürstentum hat sich verändert, Nikolaj regiert als grausamer Fürst. Wanja ist sein engster Vertrauter, und Janna, Mitjas einstige große Liebe, ist unfrei und lebt im Hausstand des Fürsten, wo sie ihm Kinder geboren hat. Mitjas Situation wird noch verzweifelter, weil niemand ihm als verurteiltem Mörder Arbeit geben will. Um sich und seine Großmutter zu ernähren, ist er gezwungen, sich Nikolaj anzudienen.

Beim illegalen Holzschlagen im Wald entdeckt er ein halb verfallenes Haus auf einer Lichtung: Karews alten Hof. Mitja findet Spuren, die zeigen, dass jemand dort wohnt. Bald steht er im Wald einer jungen Frau gegenüber mit seltsamen goldenen Augen – Augen, die er aus seinen Albträumen kennt.

Neri beobachtet Mitja heimlich über Wochen hinweg, ohne zu ahnen, dass er zu den einstigen Mördern ihrer Eltern zählt. Er hat etwas an sich, das ihr Interesse weckt. Von Finneas dazu getrieben, wagt sie sich sogar in die Stadt und gerät beinahe in die Hände von Nikolaj. Sie entkommt, indem sie sich mitten in der Siedlung verwandelt.

Die Lage spitzt sich zu, bis Neri in Mitjas Scheune kommt, gerade in dem Moment, als Nikolaj, Wanja und Alexej auftauchen. In Panik schießt sie einen Pfeil ab und trifft Mitja an der Schulter. Dann flieht sie auf eine Eiche. Nikolaj lässt sie von dort nicht entkommen, er will sie unbedingt lebend in seine Gewalt bringen, denn er ahnt, was sie ist.

In höchster Not verwandelt sich Neri erstmals in eine andere Gestalt als das Hermelin und entkommt in der Dunkelheit. Doch nicht für lange. Beim nächsten Fluchtversuch trifft Wanja sie mit einem Pfeil im Oberschenkel. Ihr Kanu treibt in die Stromschnellen. Mit letzter Kraft springt sie ins Wasser, klettert blutend den Fels hinauf zu ihrem geheimen Unterschlupf und verliert das Bewusstsein.

Nikolaj hält Neri für tot und verbrennt ihren Elternhof. Mitja aber folgt heimlich der Blutspur und findet Neri schwer verletzt im Felsüberhang. Er entscheidet sich, ihr zu helfen, weil seine Großmutter Ava ihn darum bat. Außerdem fühlt er sich schuldig und will mehr über Neris Vergangenheit, Nikolajs Interesse an ihr und den Tod seines eigenen Vaters herausfinden. Er bringt Neri zu Ava, die sich auf die Heilkunst versteht.

Der Epilog enthüllt Nikolajs dunkles Geheimnis: Er ist nicht der Sohn von Mitjas Onkel Harald, sondern der uneheliche Sohn des Fürst-Königs selbst. Und er hatte einen Zwillingsbruder, der kein Mensch war. Dieser Bruder wurde auf Befehl des Königs noch als Säugling getötet. Auf dem Sterbebett seiner Mutter erfährt Nikolaj davon. Er findet eine versteckte Truhe mit Dokumenten, die seine Herkunft belegen, und ein rätselhaftes Buch, in dem eine geflügelte Bestie abgebildet ist. Seither verfolgt er seinen Anspruch auf Macht und sucht nach Überbleibseln des Wandelblut-Geschlechts.

Wandelblut 2 der Asrenkrieger von Janis Nebel


Mitja, der ehemalige Sträfling und Sohn des ermordeten Kriegers  Raik, lebt bei seiner kranken Großmutter Ava und steht im Dienst seines skrupellosen Cousins Fürst Nikolaj von Aheelia. Er rettet das verletzte Wandelblut Neri und versteckt sie bei Ava. Sein Motiv ist nicht rein: Er hofft, durch sie die Wahrheit über den Tod seines Vaters zu erfahren. Er verschweigt Neri außerdem, dass er als maskierter Jugendlicher dabei war, als Nikolaj Neris Eltern umbrachte.

Während Neri bei Ava gesundet, wächst zwischen den beiden Frauen eine echte Freundschaft. Ava erkennt als Erste, was Neri wirklich ist, und akzeptiert sie bedingungslos. Neri lernt zögerlich, zu vertrauen. Gleichzeitig nimmt sie immer stärker das schlafende Etwas in sich wahr, das immer mächtiger wird. 

Derweil trainiert Mitja als einer von Nikolajs Kriegeranwärtern und reist zum großen Wettkampftreffen der sieben Fürstentümer, dem Ting. Dort besiegt er im Bogenschießen alle Gegner, schlägt im Ringen seinen alten Feind, den ehemaligen Aufseher des Straflagers Barabas. Dank Nikolajs Arsren-Kettenhemd gewinnt er ein Duell auf Leben und Tod gegen den Königssohn Pavel von Gonam. Mitja zeigt als Sieger Gnade und verschont dessen Leben. Der König ernennt Mitja daraufhin zum Krieger und lädt ihn als Ehrengast an die königliche Tafel ein. Nikolaj aber ist wütend, denn Mitja hätte Pavel töten sollen.

Nach ihrer Rückkehr in die Burg Aheelia erfährt Mitja, wie weit Nikolajs Pläne reichen: Er steckt hinter skarvangarischen Söldnertruppen, die andere Fürstentümer ausrauben, erhebt illegale Steuern auf Asrentransporte und rüstet sich für den Krieg gegen den König. Sein eigentliches Ziel ist noch unheimlicher. Er scheint besessen davon, ein Wandelblut zu beherrschen, das er als Waffe für seine Zwecke nutzen kann. Neri kommt ihm da gerade recht. Janna (Nikolajs Sklavin und Mitjas frühere Geliebte) bittet Mitja, ihr mit ihren Kindern zur Flucht zu verhelfen, damit sie Nikolaj verlassen kann.

Ava stirbt nach langer Krankheit ruhig und aus eigenem Entschluss. Mitja und Neri betten sie in den Familienhügel und begehen dort die Totenfeier mit Mahl und Totentrank. In der Trance verliert Neri die Kontrolle über das Etwas. Es erwacht und sie greift Mitja an. Um sich zu verteidigen, rammt er ihr das Asrenschwert seines Vaters in die Brust, denn Asren ist das einzige Metall, das ihre Haut durchdringen kann. Beide überleben, beide verwundet. Am nächsten Morgen finden sie am Flussufer zusammen. Zwischen ihnen ist etwas entstanden, das keiner von beiden hatte kommen sehen.

Mitja fasst den Entschluss, ihr endlich die Wahrheit zu gestehen, was den Tod ihrer Eltern und seine Rolle bei diesen Ereignissen betrifft. Doch als er zurückkommt, steht Nikolaj mit seinen Kriegern am Flussufer. Neri ist ihm schutzlos ausgeliefert. Mitja ist zu spät gekommen, er kann ihr nicht mehr helfen.

Der Epilog zeigt in einem Rückblick, wie alles begann: Ein junger Nikolaj wird beim Kriegerwettkampf übergangen, obwohl er der Beste ist. Raik, Mitjas Vater, darf an seiner Stelle Ehrengast an der königlichen Tafel sein. In diesem Moment beschließt Nikolaj, nicht länger um Beliebtheit zu ringen, sondern sich Ansehen und Stand mit Gewalt zu nehmen. Er spricht mit Wanja und Alexej, und sie beschließen, auf „Schlangenjagd“ zu gehen. Die Köpfe von Nikolajs Gegnern sollen rollen. Alles, was danach kommt (Raiks Ermordung, Mitjas Verurteilung, Nikolajs Aufstieg), beginnt hier.

Wandelblut 3 der Blutschwur von Janis Nebel

Am Morgen nach Avas Totenfeier gelingt es Fürst Nikolaj, die von den Ereignissen der Nacht erschöpfte Neri einzufangen. Mitja, der einzige Mensch, dem sie vertraut, steht daneben und leugnet, sie zu kennen. Nikolaj sperrt Neri in einen Käfig und will sie zwingen, mit ihm zu sprechen. Mitja dagegen kommt unter Bewachung auf Alexejs Hof.

Auf der Burg macht Nikolaj Neri ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann: Er will ihr helfen, die unkontrollierbare Wandelkraft in sich zu bändigen, das sogenannte „Etwas“, das wächst und sie eines Tages vollständig verschlingen wird. Das Mittel dazu heißt Blutschwur. Es ist ein uraltes Ritual, das Wandelblute in der Menschengestalt verankert und sie an einen Menschen bindet, so wie es einst Neris Vater getan hatte. Neri bleibt daraufhin freiwillig bei Nikolaj. Sie lernt reiten und kämpfen, bekommt ein eigenes Pferd und einen Platz in Nikolajs Kriegerschaft.

Was Neri nicht weiß: Der Rabe Finneas, Neris ältester Freund, ist Nikolajs verschollener Zwillingsbruder, der sich als Kind im Rabenleib vergessen hat. Das Ritual des Blutschwurs, das Nikolaj für Finneas durchführt, ist brutal, doch es gelingt. Finneas erwacht am nächsten Morgen als Mensch, und er sieht Nikolaj zum Verwechseln ähnlich.

Mitja kämpft derweil an zwei Fronten: Nach außen hin dient er Nikolaj, innerlich verrät er ihn. Er schleust verschlüsselte Botschaften an Pavel von Gonam, den Königssohn, und bereitet die Flucht der Sklavin Janna vor – einer Frau, die einst durch seine Schuld in Unfreiheit geriet. Als Pavel von Gonam persönlich nach Aheelia kommt, um mit Nikolaj zu verhandeln, endet das Treffen im Eklat: Nikolaj schleudert ihm einen Dolch in die Brust, nur das Asrenkettenhemd rettet Pavels Leben. Der Krieg ist beschlossene Sache.

Mitja wird von Barabas, Mitjas altem Feind und Pavels ehemaligem Aufseher der Straflager, überfallen und gezwungen, Nikolaj in einen Hinterhalt zu locken. Mitja tut es. Doch Neri und Finneas wenden das Blatt: Neri tötet zum ersten Mal einen Menschen. Finneas als schwarzer Wolf springt Pavel an und schlägt ihn und seine Kämpfer in die Flucht.

Am Ende ist es Alina, Alexejs Schwester, die Mitjas und Neris Schicksal besiegelt. Von Mitja abgewiesen und verletzt, rächt sie sich an ihm und enthüllt Nikolaj, dass Neri und Mitja sich seit Langem kennen. Neris und Mitjas Verhältnis fliegt auf. Nikolaj zwingt Neri daraufhin in den Blutschwur und trennt ihr einen Finger ab. Neri bricht ohnmächtig zusammen.

Mitja flieht in dieser Nacht, doch im Versteck seines Wagens liegt nicht, wie ausgemacht, die Sklavin Janna, sondern Nikolajs bewusstloser Sohn Colja. Janna hat das Kind an ihrer Stelle in den Wagen gelegt.

Der Epilog: Sechs Jahre zuvor kaufte Nikolaj alte Bücher über den Blutschwur und tötete danach den Antiquar, der sie beschafft hatte. Er plant seit Jahren, seine eigene schlummernde Wandelkraft zu erwecken. Der Blutschwur mit Finneas und Neri war kein Akt der Hilfsbereitschaft, es war ein weiterer Schritt auf seinem Weg zum Thron der Fürstentümer.

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