Dry von Neil Shusterman
Dry von Neil Shusterman
  • Autor: Neal Shusterman, Jarrod Shusterman
  • Genre: Katastrophen-Roman, Dystopie, Jugendbuch, Gewalt.
  • Verlag: Walker Books
  • Jahr: 2018
  • Seitenzahl: 401 S.

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Handlung

Kalifornien heute.

Seit Jahren hört die Teenagerin Alyssa in den Medien über die Dürre und den Wassermangel. Politiker mahnen, man solle Wasser sparen, keine Autos mehr waschen, den Rasen nicht sprengen, auf Swimmingpools verzichten. Die Leute folgen diesen Ratschlägen eher schlecht als recht.

Doch dann ist es tatsächlich soweit: Von einen Tag auf den anderen kommt kein Wasser mehr aus den Wasserhähnen im ganzen Land. Alyssa fährt mit ihrem kleinen Bruder Garret und ihrem Onkel Herb zum Supermarkt, um für die Familie Trinkwasser zu kaufen, damit sie die nächsten Tage, bis das Wasser eben wieder fließt, überstehen.

Doch im Supermarkt herrscht das Chaos. Wasser und Getränke sind praktisch schon ausverkauft, die Menschen hamstern, benehmen sich rücksichtslos und egoistisch. Mit Müh und Not ergattern sie ein paar Tüten mit Eiswürfeln.

So beginnt die Geschichte von Dry aus Alyssas Sicht. Nach und nach spitzt sich die Situation zu, als die Menschen anfangen zu begreifen, dass das Wasser eben nicht rechtzeitig zurückkommen wird. Von nun an herrscht Anarchie. Alyssa, ihr Bruder Garret und der Nachbarssohn Kelton, dessen Familie seit Jahren im Katastrophenmodus lebt, müssen wie alle anderen ums Überleben kämpfen.

Thema

Was passiert, wenn all die Warnungen plötzlich wahr werden und die Katastrophe eintritt? Ein Thema, das an Aktualität kaum zu überbieten ist, schreibe ich diesen Beitrag doch während der Tage der Ausgangssperre aufgrund der Corona-Pandemie im April 2020.

Die Themen von Dry sind für mich, wie Gemeinschaften sich verändern, wenn die Ressourcen so knapp werden, dass es nur noch für wenige reicht. Zum anderen geht es aber auch darum, wie Menschen, die unter normalen Umständen vielleicht nie miteinander zu tun gehabt hätten, plötzlich voneinander abhängig werden. Und auch wie die Ereignisse diese Menschen zusammenschweißen können. Es zeigt, wie in diesen Momenten der wahre Charakter eines Menschen zutage tritt. Ob sie zerbrechen, kämpfen, sich verbiegen oder einfach aufgeben.

Figuren

Die Hauptfigur ist die Teenagerin Alyssa. Doch das Buch ist aus Sicht mehrerer Personen geschrieben: Dazu gehören neben Alyssa, auch ihr Bruder Garret, Kelton, Jacqui und Henry.

Um die Handlung nicht zu spoilern, werde ich nicht auf alle im Einzelnen eingehen. Doch jede Person ist auf ihre Art und mit ihrer persönlichen Sicht der Dinge perfekt ausgearbeitet. Alyssa ist eine Anführerin, für die trotz allem Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit eine große Rolle spielen.

Kelton versucht von Anfang an den Survival-Experten zu mimen, als der er sich selbst sieht. Tatsächlich wächst er in diese Rolle aber erst im Laufe der Handlung hinein.

Jacqui ist eine Einzelkämpferin. Vom Leben bereits vor der Katastrophe gezeichnet, ist sie auf ihre Art rechtschaffen. Aber sie ist auch ein Hitzkopf, eine Kämpferin und hat gelernt, dass man sich am besten erst mal selbst der Nächste ist. Auch diese Ansichten wird sie im Laufe der Handlung überdenken.

Henry ist der typische Geschäftsmann, dem eigentlich nur eines wichtig ist: Sein persönlicher Erfolg. Möglichkeiten findet er überall und er nutzt sie auch ohne Scham aus.

Erzählstil

Der Erzählstil von Dry ist modern und zeitgemäß. Es ist den Autoren sehr treffend gelungen, in die Köpfe ihrer Protagonisten zu schauen. Vor allem die zweite Hälfte des Buches und das Ende waren bespickt mit sehr weisen und tiefgründigen Lebenseinsichten. Ein paar Stellen könnte man sich direkt rausschreiben und sie wie Sinnsprüche immer wieder lesen. Diese Tiefgründigkeit und Reife macht meiner Ansicht nach aus der scheinbar simplen Wasser-Zombie-Katastrophen-Szenerie, eine gehaltvolle Geschichte. Eine Kombination, auf die ich bisher nur selten gestoßen bin.

Fazit

Dry von Neil und Jarrod Shusterman sind im Stil moderner Dystopien und Zombie-Geschichten geschrieben (obwohl natürlich keine echten Zombies vorkommen). Dabei ist die eintretende Katastrophe aber sehr realitätsnah, und trotz viel Aktion und Gewalt, sind es die Einsichten und Entwicklungen der Charaktere, auf denen das Hauptgewicht liegt und die die Handlung tatsächlich tragen.

Für mich ein sehr gelungenes Jugendbuch, das ich jedem empfehlen kann, der gerne Dystopien liest, und der sich mit Gewalt, allein um der Gewalt willen, nicht abspeisen lassen möchte.

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