Der Totengräbersohn von Sam Feuerbach
Der Totengräbersohn von Sam Feuerbach
  • Autor: Sam Feuerbach
  • Genre: Historische Fantasy, Abenteuerroman, Fantasy
  • Verlag: bene Bücher
  • Jahr: 2017
  • Seitenzahl: 396 S.

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Inhalt


Handlung

Farin, der Totengräbersohn aus dem Dorf Haufen, lebt bei seinem trunksüchtigen Vater irgendwo im Norden des Weltenreichs. In der Dorfhierarchie steht er wenig höher als ein Straßenköter. Ebenso wird er von seinem Vater behandelt, der ihn alle Drecksarbeiten erledigen lässt und seine Tage im Wirtshaus verbringt.

Obendrein ist Farin hoffnungslos verliebt in die Tochter des Schmieds, die sich jedoch von anderen Dorfburschen den Hof machen lässt. Kurzum: Farins Lebenssituation ist deprimierend. Und er hat keinerlei Perspektive, dass sich das je ändern wird.

Doch mit seiner neuesten „Kundin“, der verstorbenen alten Kräuterfrau Gerlunda, gerät sein Leben ordentlich aus den Fugen. Während er ihren Körper für die Beerdigung am nächsten Tag zurechtmacht, liegt plötzlich ein goldenes Amulett auf ihrer Brust. Ohne zu ahnen, was er sich damit einfängt, nimmt Farin es an sich, und stürzt in der Folge von einem dämonischen Abenteuer ins nächste.

Im zweiten Handlungsstrang geht es um das Waisenmädchen Aross, das in Nabenstein, der Hauptstadt des Weltenreichs, lebt. Von der grausamen Waisenhauwirtin gequält, treibt sich Aross oft in den Straßen der Stadt herum, nennt sich selbst Aross Schlammfuss, die Königin der Ratten und hat gelernt, dass man im Leben nichts Gutes zu erwarten hat, wenn man nicht versteht es sich zu nehmen. Sie ist stark, entschlossen, draufgängerisch und furchtlos. Eigentlich das Gegenteil von Farin…

Im weiteren Verlauf der Geschichte verknüpfen sich die Schicksale dieser beiden ungleichen Helden.

Thema

Ein Mensch mit einer reinen Seele gerät in die Fänge eines Dämons, auf den diese Reinheit eine unwiderstehliche Anziehung ausübt. Denn der Dämon selbst ist das Gegenteil einer reinen Seele. Das erinnert mich an die Geschichte von Faust. Die Macht, die der Dämon verleiht, führt die reine Seele in Versuchung. Sie erlebt Abenteuer, die die Schönheiten, Vorteile und Freuden von Ruhm, Reichtum und Macht vor Augen führen. Und doch widersteht die Seele. Oder ist es der Dämon der widersteht? — Das muss wohl jeder am Ende der Geschichte selbst beurteilen. 😉

Ein zeitloses Thema über das ich nie müde werde zu lesen, und von Sam Feuerbach ganz großartig und modern umgesetzt. Sicherlich etwas, das niemals an Aktualität verlieren wird, denn ist nicht jede Generation aufs Neue mit diesen Verlockungen konfrontiert?

Gleichzeitig zeigt Aross, dass auch in einem unscheinbaren Waisenmädchen ungeahnte Kräfte stecken können. Und dabei spreche ich nicht von ihrer geheimnisvollen Gabe, sondern von ihrer Charakterstärke, ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit. Wo Farins Geschichte öfter mal für einen Lacher sorgt, hat mich Aross Weg oft zum Schlucken gebracht.


Meinung


Plot

Sam Feuerbachs Handlung ist eine überaus spannende und mit unschlagbarem Wortwitz erzählte Abenteuergeschichte. Nie weiß man, was kommen wird, und sowohl bei Farins als auch bei Aross‘ Erzählstrang war ich immer gefesselt. All die Verwicklungen, in denen Farin sich wiederfindet, und Aross überrumpelnde Dreistigkeiten haben mich oft zum Schmunzeln gebracht.

Ein schöner Plot, der diese beiden Hauptfiguren praktisch von zwei Enden des Weltenreiches immer näher zueinander bringt, bis sie schließlich zum großen Finale zusammenlaufen.

Figuren

Es gibt zwei Erzählstränge und zwei Hauptfiguren: Farin und Aross, die beide ihr Abenteuer als Antihelden, in denkbar schlechten Lebensverhältnissen beginnen. Aber beide lernen viel auf ihren Abenteuern und beide werden von ihrer inneren Güte und dem Sinn für Gerechtigkeit geleitet.

Sie finden ihre Lehrmeister, lernen ihre Lektionen und erfüllen schließlich ihr Schicksal. Zwei schöne Heldengeschichten. Außerdem ist Der Totengräbersohn voll mit sympathischen Charakteren, die einem sofort ans Herz wachsen.

Erzählstil

Kennzeichnend für Sam Feuerbachs Erzählstil ist der ihm eigene Wortwitz. Es hat mir viel Spaß gemacht, seine Geschichte zu lesen, nicht nur weil sie spannend erzählt ist, sondern auch weil er mich mit seinen Wortspielen immer wieder zum Lachen oder auch zum Nachdenken gebracht hat.


Fazit

Der Totengräbersohn von Sam Feuerbach war für mich ein tolles Leseerlebnis. Und ich spreche hier von allen vier Bänden, denn tatsächlich lesen sie sich eigentlich wie ein einziges Buch. Ich habe sie alle vier in einem Aufwasch gelesen und empfand sie als durch und durch unterhaltsam, süchtigmachend und teilweise urkomisch.

Trotzdem ist die Geschichte nicht oberflächlich. Die Themen sind zeitlos, die Charaktere vielschichtig und nicht leicht durchschaubar. Das Gute hat es eben schwer beim Kampf gegen das Böse, wie sich das so für eine gelungene Geschichte gehört.

Das einzige was mir ein ganz klein wenig gefehlt hat, war die sehr untergeordnete Rolle der Liebesgeschichte. Aber Der Totengräbersohn ist eben kein Liebesroman, sondern eine Abenteuergeschichte! Wer also gerne fantastische Abenteuergeschichten mit Witz und ungewöhnlichen Helden liest, für den ist Der Totengräbersohn genau das Richtige.

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